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am 1. Januar 2023 ist aus den bisherigen Pfarreien Herz Jesu, St. Kamillus und der Französischsprachigen Gemeinde mit Sitz in St. Thomas die neue Pfarrei "Märtyrer von Berlin" hervorgegangen.
Im Charlottenburger Norden bildet die Gedenkkirche Maria Regina Martyrum mit dem hier beheimateten Karmel einen Ort der Spiritualität, der Erinnerung und der Ökumene. Gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde Charlottenburg Nord und dem ökumenischen Gedenkzentrum Plötzensee ist Charlottenburg Nord inzwischen als Gedenkregion weit über die Grenzen des Erzbistums Berlin bekannt. Ein Pfad der Erinnerung erschließt den Weg zwischen der Gedenkstätte Plötzensee und den benachbarten Kirchen, die sich dem Gedenken an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur widmen.
Zur neuen Pfarrei gehören auch weitere Orte kirchlichen Lebens wie die Einrichtungen der Caritas auf dem Campus in Alt-Lietzow sowie die Kita Teresa Tauscha. Die Seelsorge in der JVA Plötzensee, die Obdachlosenambulanz am Bahnhof Zoo und die Krankenhausseelsorge im DRK-Klinikum Westend machen deutlich, dass in der Kirchengemeinde alle Bereiche des Lebens in den Blick genommen werden.
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Warum "Märtyrer von Berlin"?
Bewusst haben wir den Namen "Märtyrer von Berlin" gewählt. Im Charlottenburger Norden befindet sich die Gedenkregion Plötzensee. Viele Straßen sind nach Widerstandskämpfern und Opfern der NS-Gewaltherrschaft benannt. Es gibt die Hinrichtungsstätte Plötzensee und die Gedenkkirchen. In Herz Jesu wirkte viele Jahre der Sel. Bernhard Lichtenberg als Pfarrer, bevor er Dompropst in St. Hedwig wurde. In Briefen und von der Kanzel hatte er öffentlich gegen staatliches Unrecht wie die unmenschliche Behandlung von Gefangenen und die Verfolgung und Ermordung von Juden und Menschen mit Behinderung protestiert. Nach der Anzeige durch zwei katholische Studentinnen wurde er verhaftet und ist später auf dem Transport ins KZ Dachau gestorben.
Vor der Kirche St. Kamillus ist der Platz nach Dr. Erich Klausener benannt, der auch von Nationalsozialisten ermordet wurde. Als führender Vertreter des politischen Katholizismus wurde er kurz nach seiner Rede gegen die weltanschauliche Intoleranz der Nationalsozialisten auf dem Märkischen Katholikentag im Hoppegarten am 24. Juni 1934 verhaftet und erschossen. Die Namen der Märtyrer sind eine Verpflichtung für uns, ihr Gedenken zu bewahren und ebenfalls im Sinne unseres Glaubens zu handeln.
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